Stockfisch - Die Hauptmahlzeit

Es ist wohl möglich, dass der Stockfisch von Anfang an der Hauptgang der Schaffer war. Stockfisch wurde entweder mit zerlassener Butter serviert oder mit einer "weissen, dicken, sehr wohlschmeckenden Sauce", wie Johann Georg Kohl bereits Mitte des 19. Jahrhunderts schrieb, "auf deren vorzügliche Bereitung man sich in Bremen versteht". Heute wird Stockfisch mit Senfsauce gereicht.

Stockfisch ist ein aufgespaltener und getrockneter Kabeljau, den die Bremer seit Urzeiten aus Norwegen bekommen. Er war in Bremen beliebt, zumal er verhältnismässig billig war. Heute - in der Zeit der frischen Fische - kommt Stockfisch kaum noch auf den Tisch.
Johann Georg Kohl schreibt in seinem Buch "Alte und neue Zeit", dass der Stockfisch im 18. Jahrhundert das "jeden Freitag wiederkehrende und unausweichliche Gericht" gewesen ist, jedoch an der Mittagstafel nicht nur Freunde hatte.

Kohl:"Wenn den Tischgenossen, insbesondere den aus der Fremde eingewanderten jungen Comptoiristen, dieses Bremer Gericht nicht recht schmecken wollte und wenn sie sehr langsam daran herumkauten, so machte der alte Bremer Hausherr ein höchst verdriessliches Gesicht dazu."