Kapitäne trinken Ammenbier

Das Bier, mit dem die Schaffer und ihre Gäste anstossen, ist das dunkle, mit Malzextrakt angereicherte "Bremer Seefahrtsbier". Es ist ausserordentlich nahrhaft, enthält keinen Alkohol und wurde von den Seeleuten gegen alle möglichen Krankheiten getrunken, vor allem gegen Skorbut. Sehr gern tranken es früher auch die jungen Mütter, weswegen es im Volksmund "Ammenbier" hiess.

Das Bier entwickelt aber sehr viel fässersprengende Kohlensäure. Die Seeleute wussten sich zu helfen:Sie verstauten die Fässer mit dem wichtigen Nass ganz unten im kühlen Schiffsrumpf.

Im 16. Jahrhundert tranken die hansischen Seeleute Braunschweiger Mumme. Es war ein würzreiches, sehr dickes, dunkelbraunes, nicht gehopftes Bier mit süsslichem, angenehmem Geschmack, das in Braunschweig in zwei Sorten gebraut wurde:Es gab die einfache Stadtmumme, die in Braunschweig getrunken wurde, und die doppelte Mumme, die auch Schiffsmumme hiess. Sie wurde von den Seeleuten getrunken und war darüber hinaus zum Export geeignet. Ihren Namen hatte die Mumme von dem Braunschweiger Brauer Christian Mumme, der es im Jahre 1492 zum ersten Male braute.

Es blieb natürlich nicht aus, dass auch die Bremer Brauer das Rezept der Mumme herausfanden, und bald belieferten sie die Bremer Schiffe und auch die Schaffermahlzeit mit dem "Bremer Seefahrtsbier". Im Jahre 1869 zum Beispiel wurde vor der Schaffermahlzeit die "alte bewährte Quelle in der Brauerei des Herrn W. L. Bömers" in der Knochenhauerstrasse aufgesucht, um "daselbst das nöthige Quantum Bier" zu bestellen. Heute wird es von der Bremer Brauerei Beck & Co. gebraut - aber nur noch für die Schaffermahlzeit.

Seefahrtsbier

Von den etwas derben Bremer Bergenfahrern wird erzählt, dass sie das Seefahrtsbier, um seine Qualität beurteilen zu können, auf eine Bank gegossen und sich in die Flüssigkeit gesetzt hätten, um zu prüfen, ob sie mit ihrer ledernen Hose daran kleben bleiben. Blieben sie kleben, wussten sie, dass das Bier gut war. Hätten sie sich ohne Mühe erheben können, war das ein Zeichen dafür, dass das Bier nichts taugte.
Bei einer solchen Bierprobe gerieten die Schiffer Johann Meier und Heinrich Brauer in einen derartigen Streit, dass Johann Meier dem Heinrich Brauer das klebrige Seefahrtsbier über den Kopf goss.