Lied: "Lob der Frauen"

Wie wär's das Leben so trist und leer,
Wenn nicht die Sonne schien' -
Wie wäre das Dasein so öd' und schwer,

Erwärmt' es nicht ihr Glüh'n.
Und was die Sonne der Erde ist,
Das ist uns, wenn uns das Weibchen küsst, -

Drum ehrt die Frauen im deutschen Haus,
Die uns zur Freude blüh'n.

Wenn früh die Sonne in's Fenster lacht,
Was regt so emsig sich?

Das Frauchen ist es, das mit Bedacht,
Schon fleissig sorgt für Dich!

Und reicht sie Dir als Morgengruss
Das Schnäbelchen zum ersten Kuss -
Dann schone Deine Lippen nicht
Bei solchem Hochgenuss.

Und ruft Dich die Mittagstund,
Und labet Dich das Mahl,
Und spitzt sich zu ihr Rosenmund
als Liebeslust-Pokal -

Dann nippe, dann trinke in vollem Zug:
Zu viel wohl küsst man, doch nie genug -

Es geht das Leben mit seiner Lust
Ja bald dahin im Flug!

Die Sonne sinket, der Abend kommt,
Du kehrst zurück in's Haus:
Das Weibchen weiss, was dem Männchen frommt:
Herbei zum Abendschmaus!

Ein holdes Wort - ein süsser Blick -
Ein Händedruck - und ein Druck zurück,

Es sinket hernieder die stille Nacht -
O hohes, heil'ges Glück!

Ja, was auch immer das Leben beut,
Und was wir auch erschau'n -

Und was auch immer das Herz erfreut,
Das Schönste sind die Frau'n!

Drum tön' auch heute in unserem Kreis,
Den Frauen Lob und der Frauen Preis:

Ein dreifach Hoch aus Herzensgrund

Nach alter deutscher Weis'!