Sauerkraut und Schinken

Ohne Sauerkraut und Schinken ging es früher nicht

Sauerkraut und Schinken gehörten früher zur Schaffermahlzeit wie auch Frankfurter Würstchen, wobei man sagen muss, dass die Mägen, nicht nur der Schaffer und ihrer Gäste, im 17., 18. und 19. Jahrhundert etwas stabiler eingerichtet waren als die Mägen an der Schwelle des 21. Jahrhunderts.

Im Jahre 1670 zum Beispiel gab es nach der "weissen" und "braunen" Suppe und nach dem Stockfisch Sauerkraut mit Schinken und Rauchfleisch. Erst danach wurden Kohl und Pinkel aufgetragen.

Doch geben wir dem Koch Müller das Wort, der für die Schaffermahlzeit im Jahre 1869 zuständig war. Er zählte bei den Vorbereitungen für das Essen vor den Vorstehern und Schaffern auf "Unter anderem weisse und braune Suppe, Stockfisch, Rauchfleisch mit braunem Kohl und Pinkel, Schinken und Sauerkraut, Frankfurter Bratwürste etc. Selbst Rigaer Butt waren nicht vergessen."

Der Chronist berichtet: "...dass sich ein sehr beruhigtes Gefühl der Versammlung ob solcher Sachkenntnis bemächtigte; man konnte ihn (den Koch Müller) rasch wieder entlassen, beste Lieferung besonders des Stockfisches und warme Teller empfehlend und bemerkend, betreffend der Pfeffer- und Salz-Tüten sei früher eine unverzeihliche Verwechslung vorgefallen, er möge doch auch ja dafür sorgen, dass die silberne Tüte das Salz, die goldene den Pfeffer enthalte.
Der Koch Müller schied indes nicht ohne einen Seitenhieb auf die Köchinnen, indem er behauptete, für warme Teller ohne deren Unterstützung durch Aufwaschen in kochendheissem Wasser nicht sorgen zu können ..."